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Florian Reus zu Gast beim DÜNENLÄUFER 2022 in Graal-Müritz

Florian Reus zu Gast beim DÜNENLÄUFER 2022 in Graal-Müritz


02.09.2022 08:55
Verfasser (wenn nicht anders angegegen): Orgateam DÜNENLÄUFER | Ostseeheilbad Graal-Müritz

Florian Reus - bekannter deutscher Ultraläufer (mehrere nationale Meistertitel im 24-Stunden-Lauf / 2015 Weltmeister 24-Stunden-Lauf / Teamwertung Welt- und Europameister) und Winzer aus Leidenschaft - ist zu Gast beim DÜNENLÄUFER 2022. Zur Pastaparty am Freitag könnt ihr Florian kennenlernen. Er wird in lockerer Atmosphäre von seiner Sportlerkarriere und auch von guten Weinen erzählen.

Florian Reus – Ein Ausnahme-Athlet mit Bodenhaftung

Jüngster Deutscher Meister im 24-h-Lauf, Weltmeister, Europameister, Rekordmeister, Spartathlon-Sieger, Welt-Ultraläufer des Jahres: Das sind nur einige Titel, die Ultraläufer Florian Reus gewonnen hat. Vor ziemlich genau 20 Jahren startete der heute 38-jährige Florian Reus seine Laufkarriere.  Schon als Jugendlicher war er sportinteressiert, aber die Regelmässigkeit beim Sporttreiben hat gefehlt. Während der Lern- und Prüfungszeit wuchs die Lust auf Bewegung und Sport, doch schon damals war er kein Mann für „halbe Sachen“. Schnell lief er diszipliniert und befand sich im sogenannten Trainingsmodus. Schon nach kurzer Zeit fiel ihm ein Bericht über den 100-km-Lauf in Biel (Schweiz) in die Hände und es packte ihn die Faszination der „langen Distanzen“. Florian Reus sagt heute dazu: „Rückblickend hat dieser Artikel mein Leben ziemlich auf den Kopf gestellt“. 

Lange Jahre war er Mitglied des Ultralauf-Nationalteams und er ist bis heute der erfolgreichste Ultraläufer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Nachdem er unglaublich viel im Leistungssport erreicht hat, ist er 2018 aus dem 24h-Lauf-Nationalteam ausgetreten. Beruf, Familie und konstantes Training auf hohem Niveau in Einklang zu bringen, ist nicht immer einfach. Florian Reus will zumindest auf internationaler Ebene kürzertreten und hat sich – nach einer schöpferischen Pause im Jahr 2019 – in Richtung Mehrtagelauf orientiert. Pandemiebedingt gab es zunächst etliche Wettkampfabsagen, so dass es etwas ruhiger um den Ausnahmesportler wurde. Aber mit dem Sieg beim 48h-Lauf in Brugg (Schweiz) meldete er sich 2020 in der Laufelite zurück. Mit unglaublicher mentaler Stärke zeigte er bei seinem ersten 48h-Stundenlauf ein tolles Rennen, das er am Ende mit 340,4 Kilometern für sich entscheiden konnte. Allein das Wissen, das man 48 Stunden auf einer knapp einen Kilometer langen Runde unterwegs ist, zeigt, was Ultralauf ausmacht und wie stark ein Läufer sein muss, der bei widrigen Wetterbedingungen und enormem Schlafdefizit an seine Grenzen geht.

Seine herausragende Stärke zeigte Florian Reus auch bei den Deutschen Meisterschaften im 24h-Lauf im Mai diesen Jahres. Das Rennen im Bottroper Prosper-Park begann eher unspektakulär und endete hochdramatisch. Über 21 Stunden hatten Florian Reus auf der 1,4-Kilometer Runde bereits absolviert, als er erfuhr, dass der Führende einen Vorsprung von „nur“ 2,8 Kilometern – also zwei Runden – hatte. Bei der verbleibenden Restlaufzeit ist es ein ambitioniertes Ziel, hier nochmal anzugreifen. Nach 23 Stunden betrug der Rückstand von Florian Reus immer noch 1,4 Kilometer. Man könnte meinen, das Rennen sei gelaufen. Aber Florian Reus verschärfte das Tempo. „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist“, sagt er später. Fünf Minuten vor Ende des Rennens übernahm er erstmalig die Führung, mit einer Pace von unter 4:00 Minuten pro Kilometer – mit knapp 24 Stunden und rund 253 Kilometern in den Beinen. Am Ende zeigte die Uhr 253,9 Kilometer und Florian Reus wurde mit einem Vorsprung von 162 Meter zum fünften Mal Deutscher Meister. 

Nicht nur im Sport lebt Florian Reus seine Leidenschaft aus, sondern auch beruflich hat er sich mit viel Engagement seine Zukunft aufgebaut. Er selbst fasst das, was er macht, unter dem Begriff „Portfolio-Selbstständigkeit“ zusammen. Seine Vielseitigkeit zeigt sich in seinen beiden unterschiedlichen Berufsabschlüssen. Zum einen der Sportler mit Masterabschluss in Sportmanagement, Ultramarathon-Coach (www.fr-ultramarathoncoaching.de), Vortragsredner und dann der Weinküfermeister, begeisterter Winzer mit eigenen Weinbergen und ehrlichem, handgemachten Wein. Florian Reus sieht es als Privileg, verschiedene Leidenschaften zum Beruf zu machen und es gibt durchaus Gemeinsamkeiten bei Sport und Wein, wie unter anderem Fleiß, Geduld und Demut. Wer alles über den Wein von Florian Reus erfahren will, der findet spannende Einblicke in seine Arbeit unter www.florian-reus-wein.de

Bestleistungen 

  • 24h-Lauf: 263,9 km (Turin/Italien, 2015)
  • Spartathlon: 23:17 Std. (von Athen nach Sparta, 2015)
  • 48h-Lauf: 340,4 km (Brugg/Schweiz, 2020)
  • 100 km: 7:38 Stunden
  • Marathon: 2:39 Stunden

Drei Fragen an Florian Reus

Was ist die Faszination am 24h-Lauf?

Der 24-h-Lauf ist einfach meine Disziplin. Mir wurde schnell klar, dass ich Ultramarathon mit den gleichen Motiven, wie es in anderen Wettkampfdisziplinen auch üblich ist, betreiben möchte. Mich fasziniert es, mich möglichst akribisch vorzubereiten, um mich dann bei Meisterschaften mit anderen zu messen oder um Bestleistungen zu kämpfen. Der 24-h-Lauf wird durch die Austragung von internationalen Meisterschaften und die gute Vergleichbarkeit der erbrachten Leistung diesem Anspruch gerecht. Außerdem fasziniert mich vor allem der mentale Aspekt, da diese Läufe meist auf einem Rundkurs von weniger als drei Kilometern ausgetragen werden. Gerade bei Weltmeisterschaften, wo eine starke Konkurrenz am Start ist, darfst Du dir keine großen psychischen Tiefs erlauben, um eine der vordersten Platzierungen zu erreichen. Das macht den Wettkampf trotz der Monotonie unglaublich spannend und unberechenbar. 

Was bedeutet für Dich Disziplin?  

Mit der Disziplin verbinde ich vor allem den Begriff Geduld. Wir alle kennen es, dass wir in der Anfangsphase eines neuen Projektes, einer begonnen Diät etc., hochdiszipliniert sind. Irgendwann kommt die Phase, in der die Anfangseuphorie verloren geht und man das Gefühl bekommt, dass das Ziel in immer weitere Entfernung rückt.  

In meinen 24h-Läufen ist es weder in den ersten Stunden, in denen man voller Zuversicht auf ein gutes Ergebnis ist, noch in den letzten Stunden, in denen die Zeitdauer überschaubar ist, schwierig, die Disziplin aufrecht zu erhalten. Die eigentliche Herausforderung ist es, in den Nachtstunden, in denen man womöglich eine Krise durchstehen muss, und das gewünschte Ergebnis unglaublich fern scheint, geduldig zu bleiben und nicht dem Verlangen, stehen zu bleiben, nachzugeben. Diese Situationen lassen sich auch auf etliche Phasen in der Vorbereitung auf einen Wettkampf übertragen. 

Du hast so viel erreicht! Was wünschst Du Dir für die Zukunft? 

Rein sportlich gesehen, würde ich mich freuen, wenn ich in den nächsten zwei bis vier Jahren noch bei dem ein oder anderen Wettkampf sehr gut vorbereitet an der Startline stehen kann. Mit 38 Jahren bin ich im Ultramarathon doch noch etwas zu jung, um mich vollständig zur Ruhe zu setzen. Nichtsdestotrotz möchte ich aber schon auch die anderen Lebensbereiche nicht vernachlässigen, denn das Leben ist zu spannend, um nur und ausschließlich die Ziele im Laufen zu definieren. Nach und nach möchte ich neben einigen anderen Zielen z.B. mein Weinprojekt ausbauen und mich dahingehend weiter verbessern. So wünsche ich mir weiter hungrig und lernbereit zu bleiben, denn dieser Spirit ist einfach ein wichtiger Teil meines Lebens. Der eigene Anspruch dabei ist aber - trotz des Ehrgeizes und der Faszination für Ziele - das Leben und insbesondere die Zeit mit der Familie zu schätzen und zu genießen. 

www.florian-reus.de

Text: Kerstin Müller, August 2022 - für duenenlauefer.de

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